Eine (Schul)tüte Mut bitte, aber ohne schlechtes Gewissen.

Wenn man in der Elternzeitblase vor sich hin brütet, umgeben von Windeln, Bauklötzen  und Keksspucke, geschunden von durchwachten Nächten, stillbedingtem Haarausfall und tragebedürftigen Kleinkindern, dann ist der Berufsalltag weit weg. Ab und zu blitzt etwas auf, eine Erinnerung an das Kollegium oder die Aufgaben, die man hatte, bevor die Babyzeit einen mehr oder weniger sanft ummantelte. Weiterlesen

Mein treuer Freund, das hier geht an dich…

…das mit uns geht jetzt schon lange, sehr lange. So richtig weiß ich eigentlich gar nicht mehr, wann es genau angefangen hat. Ich glaube, das war als ich so ca. 13 Jahre alt war. Da haben wir zaghaft Bekanntschaft miteinander gemacht. Wir haben uns immer mal wieder gesehen, meistens vor dem Spiegel. Dann warst du öfter da, im Klassenzimmer, in der Umkleidekabine, später warst du ein fester Teil von mir und ich kann behaupten, dass ich mit dir eine meiner längsten Beziehungen geführt habe. Weiterlesen

Wochenende in Bildern 16./17. September – Trödel, Schuhmysterien, Jackenengpässe und schlechte Laune

Ich möchte mein Wochenende in Bildern genau mit einem solchen beginnen. Einem Bild, welches den Samstag morgen auf einen Punkt bringt.

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This must be underwater love. Oder auch einfach ein Viertel Liter Orangensaft. Ausgelaufen im Kühlschrank.

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Ja, schauen Sie nur genau hin. Betrachten Sie die Uhrzeit und gleich darauf die Temperaturanzeige und dann kriegen Sie sicher eine kleine Ahnung, wie ich mich in diesem Moment gefüllt habe. Nennen wir es ruhig beim Namen. Fuck. Fuck. Fuck.

Dabei möchte ich nicht verschweigen, dass ich mir das selbst so ausgesucht habe. Und wäre ich nicht in so schöner Gesellschaft gewesen, auch nicht auf die Idee gekommen wäre.

6:04 Uhr

Ich treffe auf dem finsteren Parkplatz ein, wo die Routiniers längst ihre Plätze belegt haben. Die Herzfreundin stürmt mit dem Handy wedelnd auf mich zu, Fehler bei der Reservierung. Wir haben zwar einen Platz aber nicht die dazugewünschten Miettische. Das macht mich glatt ein bisschen nervös. Ich beschwatze einen jungen Mitarbeiter und kratze das letzte bisschen Charme zusammen, was ich um diese Uhrzeit aufbringen kann.

Ich verspreche ihm Bussis. Er schaut neugierig. Ich betone, es seien mütterliche Bussis. Er zögert. Ich verspreche ihm Bares. Er läuft los.

Mann mann mann, gut dass der nicht bei Geld oder Liebe mitgemacht hat. Egal, wir haben die Tische.

Es ist scheißkalt und klamm. Aber wie auch letzte Woche…Das Glück ist mit den Dummen. Im Laufe des Vormittags wunderbares Wetter und Sonnenschein.

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Meine Standfreundin Gemischtwaren hat auf jeden Fall Spaß.

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Sie mag übrigens nicht nur Puzzle, sondern auch Geduldsspiele.

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Der Jacke geht es gut. Dem Hemd nicht.

Ich habe mich übrigens hauptsächlich auf den Trödelmarkt gestellt um Platz im Keller zu schaffen. Daher habe ich kleine Preise wie auf Rudis Resterampe angegeben. Und wie ich mich gefreut habe, als ich endlich drei paar Schuhe verkauft habe und irgendein HERZCHEN ihre Tüte mit zwei paar gekauften Schuhen bei mir stehen ließ!! Und auch nicht wiederkam!!! Argh!

(Diese Schuhgeschichte wird hier auf dem Blog nochmal Thema sein. Noch kann nicht zuviel verraten werden, aber bleiben Sie dran. Es ist geradezu…mystisch! Huuu!)

Mein Umsatz ist nicht atemberaubend aber qualitytime mit meiner Mutter (falls jemand mal nen Laden hat der schlecht läuft: die Frau kann verkaufen) und zwei Herzensmenschen ist auch fein.

Zuhause ist die Stimmung gedämpft. Der Liebste ist genervt ob der lärmenden Kinderschar, erzählt von Sitins in Pfützen und Autonomiebestrebungen. Ich esse und bade und geh mit dem Goldkind noch zum Supermarkt. Erstmal son Ei. Das beruhigt die Gemüter und schürt meinen Plastikhass. Ey, könnt ihr nicht mal eine Waldorf Edition machen? Mit Miniostheimerchen, Zaubersteinen und Filzgemüse?

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Abends geht der Liebste dann mit den Eheleuten Gemischtwaren auf ein Konzert von denen hier, das fantastisch gewesen sein muss. Klare Empfehlung!

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Ich bin eher sofaesk und chipsaffin unterwegs und betüddel aufwachende Kinder.

Sonntag

Wuselmorgen. Aber immerhin Schlafen bis 7:30 Uhr.

In mir Genervtheit, weil ich meinem Mann nichts in Ruhe erzählen kann ohne permanent unterbrochen oder überlärmt zu werden. Diktat des Goldkindes, das sofort aber jetzt unbedingt Aktivitäten will was im krassen Widerspruch zu meinem Bedürfnis nach Rumschlumpern steht. Wäsche, Wäsche, Wäsche und Verdruß. Winterjacken, die ich hervorkrame und fest davon überzeugt bin, dass sie passen und dann zu kurz an der Plauze. Und wieso kommen diese kalten Temperaturen so plötzlich? Also hurtig vors Internet klemmen. Das Angebot an Winterjacken und Winterschuhen ist..mit Verlaub zum Kotzen. Polyesterscheiße an Blingbling. Es kostet mich einen halben Tag.

Derweil unternehmen zumindest Vater und Sohn schöne Dinge mit Freunden und fahren zu einem Fest.

Das Goldkind feiert mehrere Premieren:

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Popcorn essen.

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Riesenseifenblasen machen.

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Ringe werfen mit dem Buddy.

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Hula huuuup. (Lieblingsbild). Solche Oldschool Spiele erfreuen mein Mutterherz.

Und jetzt schlafen sie alle und ich sitze hier mit einem Glas Riesling, das ich so schnell zur Hälfte runtergekippt habe, dass ich Schluckauf habe. Ich freue mich noch über eine wunderbare Sprachnachricht und mache NIX mehr.

Herzlichst

Pluripara

Mehr Wochenenden in Bildern…ach ihr wisst schon…Geborgen Wachsen

 

Wochenende in Bildern 05./06. August – Kneipe, Krankenhaus und Kindergeburtstag

Dieses Wochenende startet pünktlichst um Mitternacht, Mutti hat nämlich Ausgang mit der liebsten Gemischtwaren und es wird spät. Sehr spät. So spät, dass wir beide für den nächsten Morgen nichts Gutes ahnen. Aber es hat Spaß gemacht und es gab einfach viel zu viel zu erzählen und ich wurde von einem charmanten jüngeren Herren vor der Kneipe nicht nur als hübsch betitelt, sondern auch noch für 28jährig gehalten. Achtenzwanzich, Freunde. Weiterlesen

Wochenende in Bildern 29./30. Juli – zu dritt Dank Documenta

Das letzte Wochenende in Bildern ist ja leider wegen Krankheit ausgefallen, aber nun sind wir wieder in alter Frische dabei, also fast, denn wir sind nicht vollzählig. Der Herzensmann hat sein Geburtstagsgeschenk von mir frühzeitig eingelöst und ist mit seinem Freund zur Documenta nach Kassel gefahren, das Goldkind hat sein heiß ersehntes Wochenende bei Oma und Opa. Die Zwillinge und ich sind also unter uns, was ungewohnt ist, aber auch ganz schön und entspannt. Weiterlesen

„Für euch nur noch Wasser“ – oder auch: Vom Abschied einer Stillbeziehung (zu zwei Kindern)

Kürzlich hat der Strahlemann seine ersten Schritte gewagt. Und für mich war in diesem Moment etwas im Umbruch. Das Kind lachte sich kaputt und feierte sich auf seine Kühnheit, ich gluckste vergnügt mit und mein Herz und mein Magen glucksten ebenso, aber eher ein bisschen wehmütig. Das „jüngste“ Kind geht seine Wege. Er steht jetzt auf eigenen Beinen. „Lass los, Mama, lass los“, sprachs in mir. Weiterlesen

Liebes Goldkind, party on! Ein dritter Geburtstag, ein Innehalten.

Liebstes Goldkind,

nun bist du drei Jahre alt geworden. Dein Vater und ich saßen gestern ungläubig auf dem Sofa und haben uns an den Tag deiner Geburt erinnert. Es war ziemlich heiß, an diesem Tag spielte die Deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich im Viertelfinale und gewann 1:0 durch ein Tor von Mats Hummels. Von uns aus hätte der Papst höchstpersönlich das Tor schießen können, wir haben immerzu auf dich kleines Menschlein gestarrt, so unfassbar süß und niedlich. Weiterlesen