Elternschaft -Partnerschaft: Von der Kunst mehr als „Mama“ und „Papa“ zu sein: Auftakt

Früher war mehr Paarzeit.

Früher war mehr Kino, Essen gehen und Ausschlafen.

Früher war mehr Blumen, schöne Unterwäsche und Spontanität.

Früher war mehr Lame… ach was.

Heute sind wir Eltern.

Heute sind wir Bibi Blocksberg, Spaghetti ohne alles und Sonntag um 5 Uhr aufstehen.

Heute sind wir Wasserfarben, waschbar bei 60 Grad und Wochenplan.

Heute sind wir Mama und Papa.

Und wo sind wir?

 

Wie wundervoll und anstrengend zugleich das Elternsein ist, muss ich nicht näher erläutern. Es ist wohl das Schönste und Bewegendste überhaupt, mit einem Menschen, den man liebt, gemeinsam ein Kind in die Welt zu setzen. „Die Krönung unserer Liebe“.

Und dann kommt der Babyalltag. Ich erinnere mich gut daran, wie meine Hebamme halb schmunzelnd, halb ernst zu mir meinte: „Also wenn ihr das erste Babyjahr gut übersteht, dann bringt euch so schnell nichts mehr auseinander.“ Ich lächelte besonnen. Natürlich überstehen wir das, wir lieben uns doch! Wir haben uns das schließlich gewünscht! Und Paarzeit hatten wir in den letzten Jahren genug. SO nämlich! Was weiß die schon?

Spoiler: Wir haben das erste Babyjahr tatsächlich gut überstanden. Wir haben auch das Zwillingsbabyjahr gut überstanden. Aber es war harte Arbeit.

So ein Baby zeigt dir ja nicht nur, mit wie wenig Schlaf du auskommst und wie fertig du aussehen kannst. Es bringt dir das Mutter- oder Vatersein bei. Eine Rolle, die du bisher gar nicht kanntest und in die du erst einmal hineinfinden musst. Und dann ist da dein Partner, den du in dieser Rolle ebenfalls erst einmal kennenlernst. Vielleicht bist du angenehm überrascht, weil er oder sie dir in dieser Rolle so gut gefällt, dass du dich immer noch ein bisschen mehr verliebst. Es kann aber auch gut sein, dass du desillusioniert bist. Irgendwie hattest du dir das alles etwas behaglicher vorgestellt. Irgendwie gefällt dir der Tonfall nicht, mit dem dein Partner mit eurem Kind spricht. Irgendwie hättest du dir mehr Unterstützung erhofft.

Diese Probleme haben viele Paare, auch wenn leider sehr wenig darüber gesprochen wird. Und ich finde das sehr bedauerlich. Ich finde es nicht schlimm zuzugeben, dass die Elternschaft das Zusammenleben durcheinander wirbelt und man sich erst einmal neu definieren muss. Ich finde es normal, über Zuständigkeiten, Pflichten, Verantwortung neu ins Gespräch zu kommen, sich zu streiten, vielleicht Ungerechtigkeit und Frustration zu empfinden.

Aber genau das ist auch der springende Punkt: es ist unerlässlich, ins Gespräch zu kommen. Ohne Kommunikation bleibt die Partnerschaft auf der Strecke.

Wir arbeiten uns an der Beziehung zu unseren Kindern ab, wir denken darüber nach, wie wir mit ihnen sprechen, welche Konsequenzen unser Tun hat. Wir reden von Bedürfnisorientierung und Beziehung statt Erziehung. Aber sind genau diese Begriffe nicht auch auszuweiten auf den Bereich unserer Partnerschaft? Wenn wir bedürfnisorientiert leben wollen, muss es um die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gehen! Das klingt theoretisch logisch, aber wie setzt man es um?

Bevor ich Mutter wurde, habe ich immer davon gesprochen, dass ich nicht wirklich einen Kinderwunsch habe, sondern viel mehr einen Familienwunsch. Ich wollte dieses Konstrukt, zusammen mit einem Partner ein Kind aufwachsen zu sehen. Das ist schön, aber genauso anstrengend. Denn eine Partnerschaft (und wir wissen es alle, wenn wir daran schon einmal gescheitert sind) läuft nicht von allein. Es ist nervig, immer wieder zu verhandeln und schwierig bei sich, aber auch bei dem Partner zu bleiben.

Wie kann das gelingen? Wie können wir trotz der großen Verantwortung, die wir tragen, es schaffen bei uns selbst zu bleiben und den Partner nicht als Glücksgaranten zu sehen?

Wie kann man neben Haushalt, Kindern, Arbeitsbelastung, Alltag und Organisation eine Paarbeziehung weiterführen, bei der man auf Augenhöhe bleibt?

Es ist mir ein echtes Anliegen, dies zu ergründen. Daher starte ich diese Reihe, zu der ich nach und nach weitere Artikel schreiben möchte. Ich bin an Austausch interessiert und freue mich, wenn ihr mir berichtet, wie ihr es geschafft habt, Paar zu bleiben. Seid ihr noch auf dem Weg oder habt ihr euch gut eingefunden? Wie habt ihr vor allem das erste Babyjahr als Paar erlebt? Wie weit klafften eure Vorstellungen und die Realität auseinander? Wo seht ihr die Stolpersteine und Schwierigkeiten?

Gerne könnt ihr mir auch privat schreiben unter pluripara@gmx.de

Ich freue mich und bin gespannt.

Herzlichst

Pluripara

 

 

 

 

 

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