A wie …. Achtsamkeit

Aber was bedeutet das eigentlich?

Eine flotte Suchmaschinenrecherche lässt zumindest einen ersten Eindruck entstehen: da fallen Begriffe wie „Zuwendung“, „Aufmerksamkeit“ und „Bewusstheit“. Das klingt zunächst abstrakt, lässt sich aber im Bezug auf das Familienleben schnell füllen.

Unser Alltag ist prall gefüllt. Termine, Organisation, Absprachen, alles geprägt von Zeitdruck und Hektik, alles möglichst effizient.

Und mitten im Tagesgeschäft sind die Sehnsüchte. Nach Ruhe und Entspannung, nach Entschleunigung und Müßiggang.

Kinder haben ein natürliches Gespür für Entschleunigung. Jeder kennt das: wir wollen zum Kindergarten oder zum Arzt hetzen, das Kind trödelt. Hier eine Blume beschnuppern und dort einen Käfer betrachten.

Kürzlich erst war ich unterwegs mit meinem Sohn zur Post (schnell,schnell, in 10 Minuten schließt die Filiale), aber dann war gegenüber die Autowaschanlage und er musste ausgiebig beobachten, wie die dicken Bürsten das Auto abschrubbten.

Mir brach der Schweiß aus, den Blick auf die Uhr gerichtet. In meinem Kopf überschlugen sich bereits die Gedanken, was ich machen würde, wenn ich es nicht mehr rechtzeitig zur Post schaffen würde. Was konnte ich tun?

Mein Kind „zwingen“ mitzukommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Tobsuchtsanfall begleitet? Nein, das kam nicht in Frage. Weder wollte ich die kindliche Begeisterung unterbrechen, noch hatte ich unter 4 Paketen die Möglichkeit, ihn zusätzlich zu tragen.

Ich überlegte. Und versuchte, die Situation mit seinen Augen zu sehen. Ich setzte die Pakete ab und kniete mich zu ihm herunter. Er umschlag sogleich meinen Hals und zeigte freudig auf den aufsteigenden Wasserdampf der Waschanlage. Die Sonne brach durch die Wolkendecke, die Tropfen spiegelten sich im Licht und glitzerten um die Wette. „Mama! Glitzerstaub!“.

Liest sich kitschig, oder? Macht nichts, das war es vielleicht auch. Aber es war ein schöner und inniger Moment mit meinem Kind.

Achtsamkeit, Aufmerksamkeit. Das muss auch im Alltag gehen! Oft ist es nur ein Sich-Darauf-Einlassen, ein Loslassen von Zwängen. Wir möchten es üben, jeden Tag aufs Neue.

Die Pakete haben wir übrigens noch rechtzeitig in die Filiale gebracht. Es waren vielleicht 3 Minuten, die ich nicht eingeplant hatte und welche eventuell die wertvollsten des Tages waren.

Herzlichst

Pluripara

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